- Burkard, K.-J.
Am 9. März 2026 feiern wir den zweihundertfünfzigsten Jahrestag der Erstveröffentlichung von Adam Smiths „Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations“ (im Folgenden abgekürzt als „Wealth of Nations“). Knapp vier Monate nach dem Erscheinen des Wealth of Nations erklärten am 4. Juli 1776 dreizehn britische Kolonien in Nordamerika in der „Declaration of Independence“ ihre Unabhängigkeit von Großbritannien. Beide Ereignisse schrieben Weltgeschichte: Einerseits die Gründung eines souveränen Staatenbundes, aus dem die Weltmacht USA hervorging, andererseits der eigentliche Gründungsakt einer neuen wissenschaftlichen Disziplin, der Volkswirtschaftslehre oder Nationalökonomie, die sich von der (Moral-)Philosophie separierte. Während die „Declaration of Independence“ weltweit eine Serie bürgerlich-liberaler Revolutionen auslöste, ist der Wealth of Nations Ausdruck einer wissenschaftlichen Revolution, die das bis dahin dominierende merkantilistische Paradigma intervenierender Wirtschaftspolitik durch das liberale Paradigma freier Märkte ablöste. Devise: „Räumt alle Begünstigungs- oder Beschränkungssysteme völlig aus dem Wege!“