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27.09.2021

Online-Fachtagung „Berufliche Orientierung oder Career Guidance?“. Praxisnahe Perspektiven für die Zusammenarbeit der Akteure

Am 09. und 10. September dieses Jahres fand die gemeinsame Fachtagung des Deutschen Verbands für Bildungs- und Berufsberatung e.V. (dvb), der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit (HdBA) sowie des Instituts für Ökonomische Bildung an der Universität Oldenburg (IfÖB) statt. Die Veranstaltung richtete sich an Interessierte aus Praxis und Wissenschaft, die sich mit Beruflicher Orientierung in verschiedenen Lebenssituationen, in- und außerhalb schulischer Kontexte, beschäftigen. Mit mehr als 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern war die Online-Tagung durchgehend sehr gut besucht, was auf die hohe Aktualität der Themenauswahl hinweist.

Ziel der Tagung war es, das Zusammenspiel von individueller Berufs- und Bildungsberatung sowie Beruflicher Orientierung in verschiedenen Lebenssituationen auszuloten. Dabei stand auch eine Klärung der vielfältigen, oft unterschiedlich verstandener Begriffe im Zentrum, die im Rahmen von Schule, Hochschule und Erwachsenenbildung angewendet werden und die die Zusammenarbeit der Beteiligten häufig erschweren. „Dieser Austausch ist auch im Online-Format gut gelungen. Wissenschaft und Praxis, Vortragende wie Teilnehmende hatten ein Forum für ihre Anliegen,“ so Prof. Dr. Rudolf Schröder vom IfÖB. Dabei seien auch weitere Bedarfe zu Kommunikation und Zusammenarbeit der Akteur*innen deutlich geworden. Bildungsinstitutionen, Lehrpersonen, Beratende, Sozialarbeiter*innen, Arbeitgeber*innen und Verbände benötigen Wissen voneinander sowie eine enge Kooperation, um die komplexe Aufgabe der Beruflichen Orientierung von Menschen wirkungsvoll unterstützen zu können.

Dr. Verena Eberhard vom Bundesinstitut für Berufliche Bildung (BIBB) stellte am ersten Tag in ihrer einführenden Keynote heraus, wie sehr die Berufswahl Jugendlicher von Werten und Erwartungen geprägt ist. Neben der kritischen Reflexion von Imageaspekten der Berufe sei auch das Wissen, wie realistisch ein Berufswunsch ist, hilfreich für den erfolgreichen Berufswahlprozess der jungen Menschen. Die anschließenden Workshops, Vorträge und Posterpräsentationen waren gerade auch für Nachwuchswissenschaftler*innen eine lohnende Möglichkeit, sich mit ihren Projekten und Anliegen zu präsentieren, wie auch Prof. Dr. Bernd-Joachim Ertelt, Mitveranstalter aufseiten der HdBA, betont. Neben bekannteren Ansätzen zur Beruflichen Orientierung und praktischen Erfahrungen zu deren Anwendung wurden auch neue Ideen vorgestellt, in Workshops ausprobiert und diskutiert. Dabei standen häufig digitale Instrumente und deren Anwendung im Mittelpunkt, bestimmte Zielgruppen der Beruflichen Orientierung, aber auch die Kompetenzentwicklung von Lehrpersonen oder die Anwendung aktueller Berufswahltheorien und -methoden. Um letztere drehte sich auch am zweiten Tag die Keynote von Prof. Dr. Marc Schreiber von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW). Schreiber unterstrich, dass sich die Paradigmen der Passung, des Lebenslangen Lernens und des Life Design nicht als Gegensätze ausschließen müssen, sondern in einer Laufbahnberatung alle diese Dimensionen eingehen können. „Die Herausforderung besteht in der Anwendung der konkreten Beratungsmethoden.“

Rainer Thiel, Bundesvorsitzender des dvb, bekräftigt den Erfolg der Tagung. Im kommenden Jahr wird es eine Fortsetzung der Themen im Rahmen einer weiteren gemeinsamen Fachtagung an der Carl von Ossietzky Universität in Oldenburg geben, diesmal in Präsenz.

Link zur Tagungsdokumentation:

https://dvb-fachverband.de/veranstaltungen/dokumentationen/berufliche-orientierung/

 

Kurzinfo zu den Veranstaltern:

  • Der Deutsche Verband für Bildungs- und Berufsberatung (dvb) e.V. ist ein ehrenamtlich arbeitender Zusammenschluss von Berater:innen verschiedener Träger, Wissenschaftler:innen und Organisationen, deren Tätigkeitsfeld die Beratung zu Berufs-, Karriere- und Bildungsfragen umfasst. Ziel des dvb ist es, zur Professionalisierung und Qualitätsentwicklung beruflicher Beratungsangebote beizutragen. Hierzu führt er den Dialog mit Vertretern relevanter Politik- und Verwaltungsbereiche (Politische Parteien, BMAS, BMBF), Interessengruppen (Gewerkschaften, Wirtschafts- und Arbeitgeber­verbände) und fachlichen Ansprechpartnern (Hochschulen, andere Fachverbände). Der dvb fördert die Fachlichkeit und Vernetzung seiner Mitglieder. Der Verein ist Mitglied in verschiedenen Dachorganisationen für Beratung (Internationale Vereinigung für Bildungs- und Berufsberatung IVBBB/IAEVG/AIOSP, Deutsche Gesellschaft für Beratung DGfB, Nationales Forum für Beratung in Bildung, Beruf und Beschäftigung nfb).
  • Die Hochschule der Bundesagentur für Arbeit (HdBA) ist eine im Jahr 2006 gegründete, staatlich anerkannte und vom Wissenschaftsrat akkreditierte Hochschule für angewandte Wissenschaften. An den beiden Standorten Mannheim und Schwerin werden pro Jahr etwa 500 Studierende in grundständigen dualen Bachelor-Studiengängen zu Experten in Sachen Beratung für Bildung, Beruf und Beschäftigung sowie Arbeitsmarktmanagement qualifiziert. Neben der Lehre in den Studiengängen widmen sich die Professorinnen und Professoren auch der angewandten Forschung und Entwicklung zu den Themen Beratung, Vermittlung sowie Integration und organisieren wissenschaftliche Weiterbildung für die Beschäftigten der BA. Die HdBA wird zwar durch die Bundesagentur für Arbeit alleine getragen und finanziert, ist aber in allen akademischen Belangen selbstständig.

 

  • Das grundlegende Ziel des Instituts für Ökonomische Bildung ist die Förderung der ökonomischen Bildung. Diese erfolgt durch die Bereitstellung von wissenschaftlichen Erkenntnissen über ökono­mische Lehr-Lern-Prozesse und die Entwicklung von Hilfestellungen für den Unterricht. Ein zentraler Forschungsschwerpunkt ist der Bereich der Beruflichen Orientierung. Die aktuelle Relevanz der Beruflichen Orientierung resultiert nicht zuletzt aus dem anhaltenden Fachkräfte­bedarf, der wachsenden Vielfalt an beruflichen Optionen oder den Abbrüchen in Ausbildung und Studium. In der Beruflichen Orientierung geht es aber nicht nur um den individuellen Berufswahl­prozess, sondern auch darum, die Wirtschafts- und Arbeitswelt kennenzulernen und zu verstehen. Das Institut für Ökonomische Bildung führt diverse Forschungs- und Entwicklungs­projekte zur Unterstützung und Weiterentwicklung der Beruflichen Orientierung an allgemei­bildenden Schulen durch. Eine wichtige Bedeutung hat die Verankerung der Beruflichen Orientierung nicht nur in den Studiengängen zur Ökonomischen Bildung, sondern auch als Pflichtinhalt im Studium für alle angehenden Lehrkräfte der Schulformen Hauptschule, Real­schule und Gymnasium. Hinzu kommen zahlreichen Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten von Lehrpersonen und weiteren Akteure in der Beruflichen Orientierung.

 

Für Rückfragen der Redaktion:

Barbara Knickrehm
Deutscher Verband für Bildungs- und Berufsberatung e. V.

Tel. 0511 72770362

pr@dvb-fachverband.de
dvb-fachverband.de

Dr. Tina Fletemeyer
Institut für Ökonomische Bildung gemeinnützige GmbH
Bismarckstraße 31
26122 Oldenburg

Tel. 0441 361303 0

fletemeyer@ioeb.de
www.ioeb.de

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