Pressespiegel

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30.10.2007

Finanzwesen in die deutschen Stundenpläne

Eine Zahl im Vermögensbarometer des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) erschreckt: 40 Prozent der Deutschen antworten auf die Frage, wie viel sie denn sparen würden: "Nichts!".

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Hans Kaminski meint, dass es bereits an den Wurzeln krankt: "Alles, was mit Wirtschaft zu tun hat, hat in unserem Bildungssystem keine Tradition und wenig Konjunktur", sagt der wissenschaftliche Leiter des Institutes für Ökonomische Bildung an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Der Professor meint, wer als Jugendlicher nicht gelernt hat, sich mit Finanzen zu beschäftigen, verstehe dies auch nicht als Erwachsener. Deshalb fordert er: "Die Jugendlichen sollten in der Schule wirtschaftliche und finanzielle Zusammenhänge lernen - von Zahlungsinstrumenten über Lebensversicherungen bis zu Krediten."

Seinen Standpunkt sieht der Wissenschaftler auch nicht durch eine Jugendstudie des Bundesverbandes Deutscher Banken (BDB) von 2006 widerlegt. Die besagt nämlich, dass 51 Prozent der befragten 14- bis 24-Jährigen regelmäßig sparen. "Sicher verzichten sie gern auf einen Teil ihres Tagesgeldes, wenn sie sich dafür etwas Hochwertiges kaufen können, aber eben nicht für die Rente - das wäre auch schwer erklärbar", sagt Kaminski. Die BDB-Studie bestätigt: 49 Prozent sparen für "eine größere Anschaffung" und nur fünf Prozent "für das Alter".

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Quelle: Frankfurter Rundschau
URL: http://www.fr-online.de/

29.10.2007

Das böse Geld

Platz eins der Sätze, die einen umstandslos auf die Palme bringen: »Du kannst nicht mit Geld umgehen! « Der Satz kritisiert nicht nur eine schlechte Eigenschaft. Erstellt in Frage, dass man mit seinem Leben zurechtkommt. Er ist ein typischer Elternsatz und: leider in vielen Fällen nicht unberechtigt. Jeder fünfte Deutsche zwischen 21 und 24 ist verschuldet. Insgesamt sind es 7,3 Prozent der Deutschen. Aber Eltern und Kinder unterscheiden sich kaum: Laut einer Studie der Commerzbank meiden 45 Prozent der Deutschen das Thema Geld am liebsten ganz, weil es ihnen schlechte Laune bereitet. Einer Studie der Bertelsmann Stiftung zufolge sind die Deutschen so schlecht informiert über Anlage- und Vorsorgeprodukte, dass man sie Finanzielle Analphabeten« nennen darf.

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»Das eigenartige Verhältnis zu Geld hat mit der deutschen Kulturgeschichte und dem Verhältnis zur Ökonomie zu tun«, sagt Hans Kaminski, wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Ökonomische Bildung an der Carl von Ossietzky Universität in Oldenburg. »Geld«, sagt Kaminski, »wird hier metaphysisch überhöht. Traditionell wird Geld in unserem Wirtschaftssystem mit Verteilungs­ und Gerechtigkeitsfragen verknüpft. « Übersetzt ist das nur ein liberales Mantra: Es gibt hier halt immer noch zu viel Sozialstaat in den Köpfen. Und natürlich könnte man die Frage stellen, ob es besser wäre, wenn wir »ein positives Verhältnis« aufbauen, also Geld einfach nur ganz unproblematisch geil finden würden. Aber die wahre Diagnose ist noch viel schlimmer. Wir bauen lieber gar kein Verhältnis auf. Historisch betrachtet ist Deutschland kein Finanzzentrum, sondern Produktionsstandort und Wohlfahrtsstaat. Innerhalb dieses Systems bestand die geforderte Eigenleistung früher nicht darin, sich Geld aufzuheben oder es zu vermehren, sondern nur darin, eine sehr gute Ausbildung zu absolvieren. Die ermöglichte einen Job mit guten Verdienstmöglichkeiten und, automatisch, einer Spitzenrente. Über Geld musste nicht geredet werden. Die Generation, die in der Ära Kohl aufgewachsen ist, hat es noch so gelernt. »Das Gefühl, dass es immer nur aufwärts geht, haben die Wachstumsphasen der Nachkriegszeit wie eine genetische Spur in die Köpfe gegraben«, sagt Kaminski, der fordert, dass der Umgang mit Geld in der Schule als ein wichtiger Bestandteil der ökonomischen Bildung gelehrt werden müsse. Die heute Mitte-20- bis Mitte-30-Jährigen bekamen Taschengeld. Sie haben vielleicht gelernt, dass es blöd ist, alles auf einmal auszugeben. Aber dennoch stand fest: Nächsten Monat kommt neues Geld. Wie bei den Eltern.

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Quelle: NEON Magazin, Jugendmagazin des Stern, Ausgabe November 2007

12.10.2007

Berufschancen verbessern

Ökonomische Bildung mit dem Schwerpunkt Berufsorientierung" heißt die 6. Stiftungsprofessur der Universität Oldenburg. Mit ihrer Einrichtung will das Institut für Ökonomische Bildung und Technische Bildung (IÖTB) die Berufsorientierung in der Lehrerausbildung für den Hauptschulbereich weiter ausbauen. Die Finanzierung der Professur für fünf Jahre in Höhe von 500.000 EUR übernehmen die Wirtschaftliche Vereinigung Oldenburg „Der Kleine Kreis e.V.", Nord-West- Metall-Verbandsgruppe Oldenburg, die OLB-Stiftung und die Vierol Aktiengesellschaft.

Insbesondere HauptschülerInnen haben Schwierigkeiten, einen Ausbildungsplatz zu finden. Ein Ansatzpunkt, diesen Schülern den Berufseinstieg zu erleichtern, sei die Berufsorientierung bereits in der Schule, sagte Prof. Dr. Hans Kaminski. Derzeit gebe es sowohl in der wissenschaftlichen Lehramtsausbildung wie auch in der Unterrichtspraxis noch „Potenziale zur Verbesserung der Situation". Ursache dafür sei die bislang kaum gesicherte Verortung der Berufsorientierung im schulischen Fächerkanon und ein Mangel an qualifizierten Lehrkräften. Die Berufsorientierung in Lehre und Forschung solle deshalb im Rahmen des Bachelor- und Masterstudiengangs „Ökonomische Bildung" systematisch weiterentwickelt werden.

Die Stifter selbst haben sich zum Ziel gesetzt, dabei zu helfen, die Berufschancen der Jugendlichen ohne höheren Bildungsabschluss in der Region zu verbessern sowie die Wettbewerbsfähigkeit der Universität Oldenburg weiter zu stärken.

Die bundesweit hoch anerkannte Lehrerausbildung in Oldenburg werde mit der Stiftungsprofessur ihre Position weiter verbessern und einmal mehr zeigen, dass sie im Interesse der Gesellschaft und eines funktionierenden Schulsystems neue Wege gehe, sagte Universitätspräsident Prof. Dr. Uwe Schneidewind. Dass die regionale Wirtschaft dies fördere, zeige ihre Fähigkeit, gesellschaftliches Engagement mit ökonomischer Weitsicht zu verbinden.

Quelle: UNI-INFO Oldenburg Oktober 2007

URL: www.uni-oldenburg.de/presse/uni-info

09.10.2007

Ökonomie und Energie für Lehrbetrieb aufbereiten

Ingenieurmangel – das ist nur eine sichtbare Folge der Tatsache, dass sich in Deutschland zu wenig junge Menschen für Naturwissenschaft interessieren. Was tun? Das Institut für ökonomische Bildung an der Uni Oldenburg hat große Erfahrung mit Konzepten, wie man die ebenfalls als Mangelfach erkannte Wirtschaft in die Schulen bringt – und so ist es kein Wunder, dass sich die Männer und Frauen um die IÖB-Geschäftsführer Prof. Dr. Dr. Hans Kaminski und Katrin Eggert nun auch in Sachen Naturwissenschaften engagieren.

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„Wirtschaftliche Bildung ist Allgemeinbildung“, sagt Andrea Kautz, im IÖB zuständig für die Schulpraxis. „Deswegen wollen wir ein Grundgerüst vermitteln, das den Schülerinnen und Schülern die Orientierung auf dem Energiemarkt ermöglicht.“ Nur wer durch Wissen Nachrichten und Entwicklungen kritisch bewerten kann, „der kann auch wirtschaftlich entscheiden.“ Das gelte beispielsweise für die Frage, auf welche Energien man angesichts knapper Rohstoffe und Klimawandel setzen solle. Angeboten werden sollen Lehreraus- und -fortbildung sowie Pakete für Schulen.

Quelle: Nord-West-Zeitung
URL: www.nwz-online.de

08.10.2007

KOLUMNE: Knochenharte, tägliche Arbeit

Über 41 Mio. Treffer bei einer bekannten Suchmaschine sind ein Beleg: Corporate Social Responsibility (CSR) ist wichtig. Wirtschaft und Bildung haben unterschiedliche Eigenlogiken: Vordergründig ist Wirtschaft auf Effizienz, Erfolg, Gewinn ausgerichtet; Bildung vordergründig auf die Entwicklung von Fähigkeiten‚ Fertigkeiten und der Persönlichkeit.

Zwar besitzen Wirtschaft und Bildung eigene Codes - sie sind dennoch existenziell aufeinander verwiesen. Was für den einen trivial, ist für den anderen leider immer noch eine Provokation: Wirtschaft und Bildung haben eine gemeinsame gesellschaftliche Verantwortung für Kinder und Jugendliche. Die je eigene Leistungsfähigkeit hat der Bewältigung gesellschaftlicher Weiterentwicklungen zu dienen. Beide Bereiche brauchen einander, sie müssen nicht nur übereinander, sondern miteinander reden und handeln.

Dieses Verständnis der Beziehung zwischen Wirtschaft und Bildung ist in Deutschland, vorsichtig formuliert, entwicklungsfähig. Es muss über den Kern dieser Beziehung einen Diskurs geben, bevor auch der Begriff CSR auf dem Grabbeltisch der üblichen Schlagworte landet. Dabei geht es auch um die Veränderung von Haltungen in der gegenseitigen Wahrnehmung.

Erfreulicherweise gibt es in der Zusammenarbeit von Schule und Wirtschaft in den letzten Jahren viele positive Entwicklungen. Die Versuche gegenseitiger ideologischer Übertölpelungen werden auch geringer. Bildungsvertreter nehmen zunehmend zur Kenntnis, dass Unternehmen auch eine gesellschaftliche Rendite erwarten und als attraktive Interaktionspartner wahrgenommen werden wollen. Unternehmen erkennen in wachsendem Maße, dass der Erfolg einer gemeinsamen Aktivität noch nicht über eine Pressemitteilung sichergestellt ist.

Das Lernen der Jugendlichen unterliegt nicht kommunikationspolitischen, sondern vor allem auch lerntheoretischen und entwicklungspsychologischen Bedingungen. Und das ist knochenharte, tägliche Arbeit unter nicht immer günstigen Rahmenbedingungen.

Quelle: Handelsblatt
URL: www.handelsblatt.de

02.10.2007

Was Hänschen nicht lernt

Im Land der Dichter und Denker sind Geld und Finanzen keine sehr geschätzten Gesprächsthemen. Viele Menschen geben offen zu, keine Ahnung von Wirtschaft zu haben. (...)

Ohne Eigeninteresse oder Engagement seitens der Eltern lernen die Heranwachsenden meist nicht die Grundprinzipien: „Schüler haben oft keinerlei Vorstellung, wie ein Betrieb funktioniert", beobachtet Anke Papke, Direktorin des Bankenverbands. (...)

Je weiter sie in den Schulstufen nach oben kommen, desto weniger Wirtschaft wird in der Regel unterrichtet", fasst Hans Kaminski die Lage zusammen. Der Professor für Wirtschaftsdidaktik an der Oldenburger Carl von Ossietzky Universität befasst sich seit längerem mit dem Phänomen mangelnder Wirtschaftskompetenz. (...)

Das Engagement der Wirtschaft hält Kaminski für wichtig: „Aber solche Veranstaltungen finden oft ohne Einbindung in ein Gesamtkonzept statt. Bei Happenings sinkt die Lernkurve recht schnell." Und völlig uneigennützig engagieren sich manche Unternehmen auch nicht.(...)

Quelle: Börse Online

URL: www.boerse-online.de

03.09.2007
Presseartikel

Rezension: Mehr Wirtschaft in die Schule

Initial für dieses Buch war eine Podiumsdiskussion der Stiftung „Jugend und Bildung" im Jahr 2006.

Die Stiftung, Herausgeberin des Bandes „Mehr Wirtschaft in die Schule" weiß, wie ökonomische Bildung derzeit in Deutschland organisiert ist. Wirtschaft ist immer noch eine Herausforderung für den Unterricht, wie es im Untertitel heißt, und wird nicht systematisch an den Schulen unterrichtet. Ökonomische Bildung ist in allen  Bundesländern unterschiedlich im Unterricht repräsentiert.

Die Autoren Hans Kaminski und seine Kollegen vom Institut für Ökonomische Bildung an der Uni Oldenburg wollen mit ihrem Buch daher ein Curriculum für das Schulfach Wirtschaft schaffen.

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Die Autoren liefern Schulleitern und Fachlehrern wertvolle Argumentationshilfen. Konzepte und Unterrichtsbeispiele informieren darüber, welche Wege Lehrer einschlagen können.

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Quelle: Handelsblatt

URL: www.handelsblatt.de

Lesen sie hier den vollständigen Artikel als PDF-Dokument:

27.08.2007

Warum wissen wir so wenig über Wirtschaft?

Um die ökonomische Bildung ist es in Deutschland schlecht bestellt. Vor allem Jugendliche haben große Wissenslücken. Denn im Klassenraum lernt der Nachwuchs nicht, wie die Wirtschaft funktioniert.

Soziale Marktwirtschaft? Nie gehört. Globalisierung? Keine Ahnung. Angebot und Nachfrage? Nur ein blasser Schimmer. Wenn es um Ökonomie geht, sind viele Deutsche ratlos. Das wirtschaftliche Wissen, oder besser: Unwissen, gerade vieler Jugendlicher ist erschütternd.

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"Ökonomische Bildung findet in Schulen nur zufällig, nicht systematisch statt", erklärt Hans Kaminski, Professor für Wirtschaftswissenschaft und Didaktik an der Carl-von-Ossietzky Universität Oldenburg, den Bildungsnotstand. "Bei den Schulplanern der Bundesrepublik steht sie nicht sehr hoch im Kurs". Wirtschaftliche Kenntnisse sollen gefälligst die Unternehmen und die berufsbildenden Schulen vermitteln; die allgemeinbildenden Schulen sind dafür zu fein.

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Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

URL: www.faz.net