Methodik

M09

Schülerfirmen zur Unterstützung der ökonomischen Bildung und betrieblichen Orientierung
Vertiefungsbaustein

Schülerfirmen liegt die Idee zugrunde, dass die Lernenden als Mitarbeitende eines Unternehmens arbeiten und so ihre Qualifikationen erweitern. Schülerfirmen arbeiten mit realen Geld- und Warenströmen. Außerdem verbinden Schülerfirmen zumeist die Produktion und Vermarktung von Gütern. Im Sinne einer umfassenden Qualifizierung werden die Handlungen nicht von der Lehrkraft vorgegeben, sondern indirekt durch den Kontakt mit Geschäftspartnern, Stellenbeschreibungen usw. gesteuert, so dass ein großer Spielraum für ein selbstverantwortliches und selbstorganisiertes Arbeiten und Lernen bleibt. Seit den 90er Jahren werden Schülerfirmen in den allgemeinbildenden Schulen der Sekundarstufe I und II eingesetzt, um die ökonomische Bildung und die berufliche Orientierung zu unterstützen.

Inhalte:

Gegenstand des Moduls sind die theoretischen Grundlagen von Schülerfirmen sowie deren Aufbau und Betrieb an allgemein bildenden Schulen.

Eigenschaften und Potenziale von Schülerfirmen

  • Begriffliche Konkretisierung: Lernfirma als Überbegriff, Konzeptioneller Vergleich zwischen Schülerfirma, Juniorfirma, Lernbüro und Übungsfirma, Schülerfirmen im engeren und weiteren Sinne
  • Potenziale von Schülerfirmen: Aufbau ökonomischer Kenntnisse und Fertigkeiten, Förderung eines selbstorganisierten und sozialen Lernens und Arbeitens, Unterstützung der Entrepreneurship-Erziehung und beruflichen Orientierung

Gründung und Betrieb einer Schülerfirma

  • Rechtliche Rahmenbedingungen: Rechtsstatus an der Schule, Firmenname und Logo, Steuern, Haftung
  • Gründung einer Schülerfirma: Geschäftsidee, Firmenname, Rechtsform, Finanzierung und Finanzplan, Gründungskonzept, Zeitplan
  • Organisation der Arbeit: Aufbau- und Ablauforganisation, Organigramm und Ablaufdiagramm, Mitarbeiterbesprechungen, To-Do-Listen, Dokumentenablage und Datenschutz
  • Kalkulation der Preise: Kosten- und marktorientierte Preiskalkulation, Handelskalkulationsschema
  • Buchführung zur Unterstützung der betrieblichen Prozesse: Inventur und Inventar, Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Eröffnungs- und Schlussbilanz, Buchungssätze, Abschreibungen, MwSt, Kontenrahmen, Grundbuch und Hauptbuch
  • Buchführung in der Schülerfirma: Einnahmenüberschussrechnung, Kassenbuch, Inventarliste
  • Beendigung der Schülerfirmenarbeit: Auswertung und Reflexion, und Bericht über den Geschäftserfolg, Auflösung der Schülerfirma
  • Praxisbeispiele und Voraussetzungen für erfolgreiche Schülerfirmen: Praxisbeispiele aus vier Schulen, Voraussetzungen für die erfolgreiche Schülerfirmenarbeit

Autor/in

Prof. Dr. Rudolf Schröder

Lehrstuhl in/an

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

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