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2018

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08.06.2018

Economic Youth Summit 2018 in Frankfurt am Main – die MeMa-Supermärkte werden digital

Am 04. und 05. Juni 2018 war es zum dritten Mal soweit: Die feierliche und zugleich inhaltliche Jahresabschlussveranstaltung des Programms „Wa(h)re Werte – Die Wirtschafts.Forscher!“, der Economic Youth Summit (EYS), fand in Frankfurt am Main zu aktuell brisanten wirtschaftsethischen Fragestellungen statt. Das Leitthema der diesjährigen Veranstaltung war die Digitalisierung des Einzelhandels unter dem Titel: „Einzelhandel 4.0: Super Märkte?!“.

Nach einem interessanten und begeisternden Besuch im interaktiven Geldmuseum der Bundesbank am ersten Veranstaltungstag begann der Morgen des zweiten Tages mit einer Begrüßung durch Dr. Ulrich Störk (PwC GmbH WPG) und der Ankündigung des Economic Student Advisory Boards (ESAB). Mit dem in der Entstehung befindlichen ESAB können Schülerinnen und Schüler sowie Studentinnen und Studenten zukünftig aktiv das Programm „Wa(h)re Werte – Die Wirtschafts.Forscher!“ mitgestalten. Bis zum 29. Juni 2018 kann man sich hierfür noch bewerben (Informationen können hier angefordert werden: info@pwc-stiftung.de).

Im Anschluss befassten sich die Schülerdelegationen der am Programm beteiligten Schulen aus Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Niedersachsen unter Leitung des Instituts für Ökonomische Bildung (IÖB) mit der fiktiven regionalen Supermarktkette MeMa Mein Markt, welche digitale Umstrukturierungsmaßnahmen plant und dazu Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Zulieferinnen und Zulieferer, Verbraucherinnen und Verbraucher sowie der Belegschaft zu einem Stakeholder-Dialog einlädt. Hierzu schlüpften die Schülerinnen und Schüler in einer Gruppenarbeitsphase in die Rolle von Stakeholdern und setzten sich vor dem Hintergrund wirtschaftsethischer Aspekte mit ihrer spezifischen Interessenlage auseinander. Sie ermittelten insbesondere die Verknüpfungen zwischen den Stakeholdern, dem Unternehmen und der sich im ständigen Wandel befindlichen wirtschaftlichen sowie politischen Umgebung. Das Ganze gipfelte in einer lebendig geführten Diskussionsrunde mit der (fiktiven) Geschäftsleitung. Deutlich wurde: Die zunehmende Digitalisierung bringt viele Vorteile, aber auch Herausforderungen für die unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen mit sich. Und stets spielen wirtschaftsethische Fragen eine große Rolle.

Einen informativen Einblick in die derzeitigen Entwicklungen boten im Anschluss reale Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Forschung und Gesellschaft: Steffen Köster (Leiter Marketing bei der J. Bünting Beteiligungs AG) als Fürsprecher digitaler Weiterentwicklungen im Einzelhandel, Sabine von Bebenburg (Geschäftsführerin bei der KulturRegion FrankfurtRheinMain gGmbH) als Befürworterin des Supermarktes als sozialem Ort sowie Olaf Acker (Digital Services Leader bei PwC Strategy&), welcher das Beispiel „digitaler Supermarkt“ in einen allgemeinen digitalen Strukturwandel einbettete.

Für die Lehrkräfte wurde zudem ein vom Centrum für angewandte Politikforschung (CAP) moderiertes Begleitprogramm organisiert. Neben Impulsvorträgen von Steffen Köster, Sabine von Bebenburg und Kathrin Pollmann (Projektleiterin Fraunhofer IAO, Stuttgart) zu den Auswirkungen der Digitalisierung auf unser Leben, wurden die Lehrkräfte aktiv unter der Themenstellung „super.MARKT – digital•genial•fatal?“ durch ein Echtzeit-Abstimmungstool einbezogen.

Den Abschluss des Programmjahres bildete die feierliche Übergabe der Programmzertifikate für die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte durch Lutz Roschker (Vorstand PwC-Stiftung) und Dr. Philipp Bocks (Geschäftsleiter Programmbereich der Karl Schlecht Stiftung).

Die offizielle Programm-Homepage finden Sie unter: www.wirtschafts-forscher.de

Bildnachweis: Anna Rozkosny

07.06.2018

Workshop mit der Deutschen Bundesbank – Studierende als EZB-Banker

Im Rahmen des Seminars „Geld und Geldpolitik“ veranstaltete das Institut für Ökonomische Bildung (IfÖB) in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bundesbank am 05.06.2018 einen Workshop zu Grundlagen und aktuellen Entwicklungen der europäischen Geldpolitik. Die 25-köpfige Seminargruppe war zu diesem Anlass in der Filiale der Deutschen Bundesbank in Oldenburg zu Gast. Vorausgegangen war eine intensive Vorbereitung in der semesterbegleitenden Lehrveranstaltung von Frank-Michael Henn und Arne Stemmann an der Universität Oldenburg.

Der Workshop begann zunächst mit einem Einstiegsreferat von Julia von Borstel (Deutsche Bundesbank), in dem noch einmal grundlegende Aspekte der Geldpolitik vertiefend dargestellt wurden. Anschließend hatten die Studierenden bei der Durchführung eines Planspiels die Gelegenheit, als Notenbankerin bzw. Notenbanker in Rolle des EZB-Rates zu schlüpfen und geldpolitische Entscheidungen zu simulieren. Die Ergebnisse der Beratungen in den Arbeitsgruppen wurden anschließend in einer fiktiven Pressekonferenz vorgestellt und gemeinsam diskutiert.

In der Reflexion zum Abschluss des Workshops wurde neben fachlichen Aspekten insbesondere auch die aus fachdidaktischer Perspektive relevante Frage aufgeworfen, wie die unkonventionelle Geldpolitik der EZB seit der Finanz-, Wirtschafts- und Schuldenkrise angemessen im Schulunterricht behandelt werden kann. Daraus ergeben sich nun sehr gute Anknüpfungspunkte für die weitere Diskussion im Seminar, wo die Erkenntnisse aus dem Workshop noch einmal aufgearbeitet werden.

v. l.: Julia von Borstel von der Deutschen Bundesbank und Arne Stemmann vom IfÖB

04.06.2018

Handelsblatt Newcomer: Ausgabe 49

Vergangene Woche erschien die 49. Ausgabe des Handelsblatt Newcomers, der kostenlosen Wirtschaftszeitung für Jugendliche aller Schulformen ab der Jahrgangsstufe 8.

Großes Thema der Ausgabe ist der Datenskandal rund um Facebook. Eines zeigt der Fall sehr deutlich: Daten sind die neue Währung in der Wirtschaft. Wer die Dienste von großen Internetfirmen nutzt, sollte sehr gut überlegen, was und wie viel er preisgibt. Auch die Textilbranche steht vor Herausforderungen rund um Herstellung und Verkauf: Der Textilindustrie muss der Spagat zwischen günstigen Preisen und Nachhaltigkeit gelingen.

Weitere spannende Themen sind die neue Bundesfamilienministerin Franziska Giffey, die Schülerproteste rund um Emma González für stärkere Waffengesetze in den USA, der Dieselskandal und Fahrverbote für Dieselfahrzeuge, die Unabhängigkeitsbewegung in Katalonien sowie Handelskriege.

Der Newcomer wird seit 2008 in Zusammenarbeit zwischen dem Institut für Ökonomische Bildung (IÖB) Oldenburg und dem Handelsblatt herausgegeben. Die Zeitung richtet sich bundesweit an Schüler aller Schulformen ab Klasse 8. Lehrkräfte finden kostenlose Bestellmöglichkeiten unter www.handelsblattmachtschule.de/newcomer

31.05.2018

ECO-DIGITAL: Das Projekt geht in die zweite Phase

Mitarbeiter des IÖB reisen nach Novosibirsk und diskutieren das gemeinsame Projekt.

Obwohl einem Projektteam heutzutage eine Vielzahl von Kommunikationsmitteln zur Verfügung steht, haben sich persönliche Treffen als ein wichtiges und unverzichtbares Instrument des Managements bewährt. Wie bereits im vergangenen Jahr folgte eine Gruppe Oldenburger Experten der Einladung ihrer russischen Kolleginnen und Kollegen und flog am 1. Mai nach Novosibirsk. Im Fokus des diesjährigen Arbeitsbesuches standen zwei komplexe Arbeitsbereiche.

Prof. Dr. Werner Brinker hielt eine Reihe von Vorträgen im Rahmen des internationalen Masterprogramms „Oil and Gas Management“ an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Staatlichen Universität Novosibirsk (SUN). In seinen Vorlesungen unter dem Titel «History, current situation and future development of German oil, gas and electric power markets» stellte der anerkannte Experte mit langjähriger Erfahrung als Vorstandsvorsitzender des Oldenburger Konzerns EWE AG die historische Entwicklung der Energieversorgung in Deutschland sowie seine Vision der Zukunft der Energieversorgungssysteme dar. Umfangreiche Kenntnisse und tiefes Verständnis der komplexen Energiebranche national und international machen die Vorträge von Prof. Dr. Brinker für künftige Manager zu einem besonderen Erlebnis.

Hon. Prof. Dr. Werner Brinker (Mitte) mit Studentinnen und Studenten an der Staatsuniversität Novosibirsk

Gleichzeitig nutzten Prof. Dr. Hans Kaminski, Direktor des Instituts für Ökonomische Bildung (IÖB) und Vitalij Prjadkin, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Internationalen Abteilung des IÖB die Arbeitstage in Sibirien, um über die nächste Phase des gemeinsamen russisch-deutschen Projektes „ECO-DIGITAL - Etablierung der Ökonomischen Bildung mithilfe von digitalen Formaten und Technologien in der Region Novosibirsk“ zu sprechen.

Im ersten Teil des diesjährigen ECO-DIGITAL-Treffens ging es um die Analyse der bereits erstellten Produkte und realisierten Maßnahmen: Wie gut kommen unsere Produkte bei den Lehrkräften an? Wie erfolgreich war die erste Weiterbildungsmaßnahme? Wo gibt es Verbesserungsbedarfe und wie sollen wir vorgehen, um weitere Schulen anzusprechen und zur Teilnahme an unserem Projekt zu bewegen? Dies sind nur einige Fragen, über die die Projektpartner diskutiert haben. Besonders wichtig für ein Projekt dieser Art und Größenordnung ist die Unterstützung durch die regionale Bildungspolitik und die Verwaltung. Um die Bedeutung, die dem Projekt ECO-DIGITAL von der Seite des Gebietsministeriums für Bildung in Novosibirsk beigemessen wird, zu unterstreichen, nahm an diesem ersten Teil der Arbeitsgespräche Vladimir Nikolaevitsch Schukin, Stellvertretender Bildungsminister und Leiter des Departments für Bildungspolitik des Gebietsministeriums teil.

v. l.: Direktor des IÖB Prof. Dr. Dr. h. c. Hans Kaminski, Stellv. Minister für Bildung der Region Novosibirsk und Leiter des Departments „Bildungspolitik“, Vladimir N. Schukin, Leiterin der Abteilung „Vorschule und allgemeine Bildung“ des Departments „Bildungspolitik“, Elena Ju. Pletneva, Hon. Prof. Dr. Werner Brinker und wissenschaftlicher Mitarbeiter des IÖB Vitalij Prjadkin

 

Nicht weniger wichtig als die Gespräche mit Vertretern aus der Politik und Verwaltung war das Treffen mit Lehrkräften für Ökonomie, die die Produkte des Projektes ECO-DIGITAL unmittelbar in ihrem Unterricht einsetzen. Um die Bedeutung von neuen digitalen Technologien und Potentialen von Innovationen für Lehr-Lern-Prozesse zu demonstrieren, hielt Prof. Dr. Hans Kaminski einen Vortrag über die Unterstützung eben dieser Prozesse durch innovative Lösungen. Dabei verwies er auf eine Reihe von erfolgreichen Produkten, die von Kolleginnen und Kollegen in Deutschland bereits entwickelt wurden und momentan eine verbreitete Anwendung in niedersächsischen Schulen finden.

Das Team ECO-DIGITAL (1. Reihe) während des Treffens mit Lehrerinnen und Lehrern aus der Stadt und Region Novosibirsk

 

Für die zweite Phase des Projektes wurde die Frage nach der Entwicklung des Konzeptes für das sogenannte technologische Unternehmertum diskutiert. Dieses Konzept entspricht der Suche der russischen Politik nach einem Bildungsprogramm, das in der Lage sein soll, junge Menschen besser auf die hochtechnologische Zukunft vorzubereiten und ihnen gleichzeitig das Wissen und die Fähigkeiten eines verantwortungsvoll handelnden Unternehmers zu vermitteln. Dabei betreten die Projektpartner ein kaum erforschtes Terrain: Sie beginnen mit der Entwicklung eines prinzipiell neuen Schulbuches für die 10. Klasse, das nach Aussagen russischer Partner in seinem Konzept in der gesamten russischen Bildungslandschaft keine vergleichbaren Konzepte hat. Oldenburger und Novosibirsker Experten sehen sich deshalb vor der Herausforderung, nicht nur das Schulbuch selbst, sondern auch das Bildungsprogramm für das neue Fach mitentwickeln zu müssen.   

In den abschließenden Gesprächen gemeinsam mit der neuen Leitung der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der SUN ging es um die finanzielle Ausstattung und institutionelle Verankerung der Zusammenarbeit zwischen beiden Partnern. Das IÖB und seine Partner in Novosibirsk planen einen gemeinsamen Förderantrag im Rahmen eines geeigneten EU-Förderprogramms einzureichen.    

Nicht zu vergessen: trotz der beinahe 30 Jahren des Bestehens der Partnerschaft zwischen dem IÖB und der SUN wird jede Reise nach Sibirien auch zu einer kulturellen und kulinarischen Entdeckungstour. Auch dieses Mal nahmen Gäste aus Oldenburg die Einladung ihres Kollegen aus Novosibirsk Naimjohn Ibragimov an und besuchten ihn und seine Familie, wo sie zu einem reich gedeckten Tisch mit Gerichten aus Tadschikistan und Sibirien herzlich gebeten wurden. 

v. l.: Stellv. Dekanin der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften an der Staatsuniversität Novosibirsk Elena G. Limanova, Präsident der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften an der Staatsuniversität Novosibirsk Gagik M. Mkrttschjan, wissenschaftlicher Mitarbeiter des IÖB Vitalij Prjadkin und Hon. Prof. Dr. Werner Brinker.