Aktuelle Meldungen

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2019

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19.09.2019

Einstellung von „Handelsblatt macht Schule“ und „Handelsblatt Newcomer“

Im Rahmen der Bildungsinitiative „Handelsblatt macht Schule“ konnten in Kooperation des Verlages mit dem Institut für Ökonomische Bildung (IÖB) und dem wigy e. V. in den vergangenen 16 Jahren vielfältige Materialangebote für den Wirtschaftsunterricht in den Sekundarstufen I und II entwickelt und kostenfrei angeboten werden. Hierzu zählen u. a. sechs umfassende Unterrichtseinheiten zu curricularen Schwerpunktthemen, ca. 3.000 tagesaktuell aufbereitete Artikel und Dossiers sowie bundesweite Schülerwettbewerbe (u. a. gesponsert von der EWE AG).

Im Jahr 2008 kam die erste Wirtschaftszeitung für Jugendliche in Deutschland, der „Handelsblatt Newcomer“, hinzu und traf sofort auf eine immense Nachfrage. Die mittlerweile 55 Ausgaben sowie die Auflage von über 110.000 Exemplaren pro Ausgabe verdeutlichen den großen Erfolg dieses einmaligen Bildungsangebotes bei Lehrkräften und Schülerschaft.

Ungeachtet dessen hat die Geschäftsführung der Handelsblatt Media Group aufgrund betriebswirtschaftlicher Überlegungen kurzfristig die Einstellung seiner Bildungsaktivitäten beschlossen, wobei im Hinblick auf den „Newcomer“ von einer „vorläufigen“ Beendigung die Rede ist. Das IÖB sowie der wigy e. V. bedauern diesen Schritt sehr und halten ihn in der aktuellen Phase der Stärkung der ökonomischen Bildung in Deutschland (insbesondere in Nordrhein-Westfalen) für falsch. Leider konnten sie auf die Entscheidung keinen Einfluss nehmen.

Hiervon nicht betroffen ist der Schülerwettbewerb „econo=me“, der von der Flossbach von Storch Stiftung und dem Handelsblatt organisiert sowie vom IÖB didaktisch begleitet wird. Aktuell ist die fünfte Runde zum Thema „Warum brauchen wir Unternehmen?“ gestartet, für die sich Schulklassen und Kurse wieder hier anmelden können.

19.09.2019

Sonderprogramm zur Berufsorientierung leistungsstarker Schülerinnen und Schüler

Im August startete das „Sonderprogramm zur Berufsorientierung leistungsstarker Schülerinnen und Schüler“ in Bremen (BO-GyO-Projekt), welches vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Initiative „Abschluss und Anschluss – Bildungsketten bis zum Ausbildungsabschluss“ finanziert wird.

Ziele des Projektes sind u. a. die Unterstützung der Lehrpersonen der gymnasialen Oberstufen bei der Umsetzung der Beruflichen Orientierung sowie die Entwicklung eines nachhaltig wirkenden Netzwerkes zwischen Schulen, Hochschulen und Wirtschaft. Erreicht werden sollen die Ziele u. a. mit der Erprobung neuer Instrumente der Beruflichen Orientierung wie dem geva-Test oder Praxiskontakten. Zusammen mit dem Institut Technik und Bildung (Universität Bremen) hat das Institut für Ökonomische Bildung die wissenschaftliche Begleitung des Projektes übernommen.

Die wissenschaftliche Begleitung soll die Schulen bei der Weiterentwicklung ihrer Konzepte zur Beruflichen Orientierung, die auch nach Auslaufen des Förderprogramms funktionsfähig sind, unterstützen. Außerdem soll der Aufbau eines Netzwerkes von Schulen, Arbeitsagentur, Unternehmen, Hochschulen, Schulverwaltung und weiteren Akteuren befördert werden.

Grundlage der wissenschaftlichen Begleitung ist ein komplexes Evaluationsdesign. Erhoben wird u. a. die Kompetenzselbsteinschätzung der Lehrpersonen zur Beruflichen Orientierung sowie ihre Überzeugungen zur Beruflichen Orientierung von Schüler*innen mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf. Weiter werden die Feedbackgespräche zum geva Test evaluiert, der Stand der realisierten schulischen BO-Konzepte sowie der Einsatz eines E-Portfolios. Während der gesamten Projektlaufzeit von zwei Jahren findet eine Panelerhebung zum beruflichen Orientierungsprozess der Schüler*innen statt. Dabei werden insgesamt fünf Erhebungen durchgeführt.

Die Erhebungsergebnisse sind von wichtiger Bedeutung für die Verstetigung der BO-Maßnahmen. Die Ergebnisse erlauben grundsätzliche Rückschlüsse, ob sich die BO in eine erfolgsversprechende Richtung entwickelt.

Auf der Basis der Evaluationsergebnisse werden in enger Zusammenarbeit mit den Schulen, Konzepte entwickelt, die zum einen die Richtlinie zur BO erfüllen, aber zum anderen auch schulindividuelle Wünsche und Möglichkeiten berücksichtigen. Hinzu kommen Fortbildungsmaßnahmen in enger Zusammenarbeit mit dem LIS. Durch die Ausrichtungen von Fachtagungen wird der Wissenstransfer zwischen den Bremer Akteuren in andere Bundesländer unterstützt. Die wissenschaftliche Begleitung ist Partner der Steuerungsgruppe des besagten BMBF-Sonderprogramms, die sich regelmäßig in der Schulbehörde Bremen trifft. Das BMBF-Sonderprogramm und die wissenschaftliche Begleitung laufen bis Mitte 2021.

17.09.2019

Handelsblatt Newcomer: Ausgabe 55

Wir bedauern es sehr, heute von der vorerst letzten Newcomer-Ausgabe zu berichten. Das Handelsblatt hat sich entschieden, den Newcomer nach mehr als zehn Jahren aus Kostengründen einzustellen. Wir schauen aber auf eine tolle Zeit zurück, in der es unser gemeinsames Ziel war, ökonomische Inhalte an aktuellen Geschehnissen verständlich zu erklären und Interesse zu wecken.

In diesem Sinn beinhaltet auch die letzte Ausgabe des Newcomers Themen, denen wir aktuell begegnen. Ein stark diskutiertes Thema sind die zahlreichen Retourensendungen. Obwohl es so praktisch ist, mehrere Sachen zu bestellen, so hat es doch auch ein paar Nachteile.

Lieferungen gehen um die ganze Welt und kommen teilweise innerhalb von 24 Stunden nach Hause. Das setzt hohe Anforderungen an die zahlreichen Logistikunternehmen. So vielfältig wie die Logistik ist, so unterschiedlich sind auch die Berufsmöglichkeiten. Dies bestätigt auch der Geschäftsführer Robert Howe von bremenports, der sich für ein Interview zur Verfügung stellte. „Die Logistikbranche kann im Grunde für jeden jungen Menschen ein passgenaues Angebot bieten.“

Weitere Themen sind die Neubesetzungen der EU-Spitzenpositionen, das Fifa-Release, die Herausforderungen der Deutschen Bahn die Verspätungen zu minimieren oder auch die Folgen für den Agrarriesen Bayer durch die Übernahme des US-Konzerns Monsanto.

Außerdem berichtet die Schülerredaktion über ihren Besuch bei der Deutschen Börse in Frankfurt. Ihr Fazit: Es ist faszinierend, was an einer Börse so passiert.

Der Newcomer wurde seit 2008 in Zusammenarbeit zwischen dem Institut für Ökonomische Bildung (IÖB) Oldenburg und dem Handelsblatt bundesweit herausgegeben. Die Online-Ausgabe 55 finden Sie unter https://www.handelsblatt.com/unternehmen/beruf-und-buero/handelsblatt-macht-schule/

10.09.2019

Zukunftsdiskurse: „Vertrauen in der Wirtschaft – unersetzlich, aber verletzlich“

Zur Abschlussveranstaltung im Projekt „Zukunftsdiskurse“ hatte das Institut für Ökonomische Bildung (IÖB) am 05. September 2019 interessierte Bürgerinnen und Bürger in den Alten Landtag in Oldenburg eingeladen. Der Titel „Vertrauen in der Wirtschaft – unersetzlich, aber verletzlich“ lockte rund 150 Gäste in den ehemaligen Plenarsaal.

„Ohne Vertrauen ist wirtschaftliches Handeln nicht vorstellbar“, erklärte Prof. Dr. Dirk Loerwald, wissenschaftlicher Leiter des IÖB, in einer kurzen Einführung. Anhand von anschaulichen Beispielen zeigte er, welche besondere Bedeutung Vertrauen für das menschliche Zusammenleben im Allgemeinen hat, um anschließend den zentralen Stellenwert von Vertrauen in der Wirtschaft zu verdeutlichen.

Im Anschluss vertiefte Herr Burkhard Balz, Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank, in einem halbstündigen Vortrag das Rahmenthema am Beispiel Vertrauen und Geld. Balz erläuterte, dass Vertrauen die Grundvoraussetzung dafür sei, damit Geld in einer Gesellschaft als Tauschmittel, Recheneinheit und Wertaufbewahrungsinstrument überhaupt Verwendung findet. Eine wesentliche Grundlage für Vertrauen sieht Balz insbesondere in der Preisstabilität, auf deren Sicherung die Zentralbanken, wie beispielsweise im Euroraum, ihren Fokus richten. In diesem Zusammenhang hob er hervor, dass die politische Unabhängigkeit der Zentralbanken eine „große Errungenschaft“ darstelle. Für Vertrauen in das Geldsystem sei zudem die Wissensvermittlung im Bereich ökonomische Bildung notwendig, um über veränderte Rahmenbedingungen und neuere Entwicklungen wie Kryptowährungen aufzuklären.

Es folgte eine von Dr. Michael Koch, stellvertretender wissenschaftlicher Leiter des IÖB, moderierte Podiumsdiskussion, in der Nico Steudel, Geschäftsführer des Oldenburger Unternehmens Rhein-Umschlag, schilderte, dass in seiner Branche viele Geschäfte noch per Handlungsschlag getätigt werden und beispielsweise Geschäftspartner im Baustoffhandel untereinander auf das gegebene Wort vertrauen. Über die Bedeutung von Vertrauen im Bereich der Ernährung berichtete Prof. Dr. Eberhard Haunhorst, Präsident des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherung (LAVES). Um Vertrauen zu schaffen, gebe es häufig den nachvollziehbaren Wunsch nach mehr Kontrolle, manchmal herrsche aber auch geradezu eine „Regulierungswut“, vor allem wenn sich die Politik aufgrund eines Skandals zum Handeln gezwungen sehe und öffentlicher Druck entstanden sei. Er plädierte stattdessen für „intelligente Kontrollen“ im Lebensmittelbereich, um hier die Balance zu halten. Steudel verwies in seiner Rolle als Unternehmer in diesem Zusammenhang auf langwierige Genehmigungsverfahren, machte gleichzeitig aber auch klar, dass es eine Notwendigkeit grundsätzlicher Regeln gebe. „Vertrauen ist der Kitt der Gesellschaft“, stellte der niedersächsische Landtagsabgeordnete Ulf Prange (SPD) daraufhin fest und betonte gleichzeitig, dass der Interessenausgleich eine wichtige Aufgabe der Politik sei. Einfache Lösungen gebe es aber aufgrund der zunehmend komplexen Herausforderungen heute nicht mehr, auch wenn dies aktuell in Teilen von Politik und Gesellschaft manchmal suggeriert werde. Auch das Publikum brachte sich mit zahlreichen Fragen an die Experten rege in die Diskussion ein.

Prof. Dr. Dirk Loerwald fasste die Ergebnisse der Diskussion abschließend noch einmal kurz zusammen und lud die Gäste der Veranstaltung ein, beim Get-together mit Snacks und Getränken das Thema Vertrauen weiter zu vertiefen.

Das Video zur Veranstaltung finden Sie hier. Das Impulspapier finden Sie hier.

1. Foto v. l.: Prof. Dr. Dirk Loerwald (IÖB), Burkard Balz (Deutsche Bundesbank), Prof. Dr. Eberhard Haunhorst (LAVES), Ulf Prange MdL (SPD), Nico Steudel (Rhein-Umschlag), Dr. Michael Koch (IÖB)

Fotos: Martin Remmers